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Tiefgehende Überlegungen

Wenn KI ein schönes Gesicht hat: Der kommerzielle Wert der Hülle virtueller digitaler Menschen

John·Produktplaner für digitale Menschen
15 Minuten Lesezeit
29. Januar 2025
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Wenn KI ein schönes Gesicht hat: Der kommerzielle Wert der Hülle virtueller digitaler Menschen

Wenn KI ein schönes Gesicht hat: Der kommerzielle Wert der Hülle virtueller digitaler Menschen

Xiaoice, Du Xiaoxiao, Luotianyi, Xingtong, Liuyexi… Haben Sie diese Namen schon gehört? Es sind virtuelle digitale Menschen, Ureinwohner der digitalen Welt. In einer Zeit, in der die KI-Technologie rasant voranschreitet, scheinen wir es bereits gewohnt zu sein, über Algorithmen, Effizienz, Kostenreduzierung und Leistungssteigerung zu sprechen. Doch heute möchte ich über ein emotionaleres Thema sprechen – welchen kommerziellen Wert kann diese „menschliche Hülle“ eigentlich bringen, wenn KI ein menschliches Äußeres erhält?

Von der technischen Definition zur kommerziellen Essenz

Zuerst müssen wir klären, was ein virtueller digitaler Mensch ist. Technisch gesehen sind virtuelle digitale Menschen virtuelle Figuren mit menschlichen Merkmalen wie Aussehen, Verhalten und Denken, die mittels Computergrafik, Motion Capture, Deep Learning und anderen Technologien geschaffen werden. Je nach Antriebsart lassen sie sich in zwei Kategorien einteilen:

Gesteuert durch echte Menschen („Midzhiren“): Mittels Motion- und Gesichtserfassungstechnologie treten echte Menschen in die virtuelle Welt ein, indem sie eine „virtuelle Weste“ anziehen. Obwohl solche digitalen Menschen lebendig sind, sind sie durch die Grenzen der Energie und Fähigkeiten echter Menschen eingeschränkt und können nicht hochparallel und in Massenproduktion realisiert werden.

KI-gesteuert: Vollständig durch KI-Technologien erstellt, angetrieben und mit Inhalten versehen, besitzen sie Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeiten sowie Interaktionsfähigkeit. Mit dem Aufkommen von Large Language Models wie ChatGPT rüsten immer mehr Hersteller digitale Menschen mit einem „intelligenten Gehirn“ aus und machen sie zu eigenständigen digitalen Lebewesen.

Nach Anwendungsbereichen lassen sich virtuelle digitale Menschen in drei Typen unterteilen: dienstleistungsorientiert, unterhaltungsorientiert und identitätsbasiert. Dienstleistungsorientierte digitale Menschen werden hauptsächlich für professionelle Dienstleistungen eingesetzt, z. B. virtuelle Moderatoren, virtuelle Kundenservice-Mitarbeiter, virtuelle Lehrer usw.; unterhaltungsorientierte digitale Menschen sind im Unterhaltungsbereich aktiv, wie die bekannten virtuellen Idole Luotianyi, AYAYI usw.; identitätsbasierte digitale Menschen sind unsere digitalen Avatare im Metaversum.

In diesem Artikel möchte ich mich jedoch auf KI-gesteuerte dienstleistungsorientierte virtuelle digitale Menschen konzentrieren. Mich interessieren weniger die technischen Parameter, sondern vielmehr, wie diese „vermenschlichte Hülle“ die Psychologie und das Verhalten der Nutzer beeinflusst und damit kommerziellen Wert für Unternehmen schafft.

Der Wert digitaler Menschen im Nutzertrichter

In einer Zeit, in der Traffic immer teurer wird, überlegt jedes Unternehmen, wie es aus dem Traffic sein eigenes Gold schlagen kann. Üblicherweise beschreiben wir den Konversionspfad der Nutzer mit dem Nutzertrichter-Modell: Vom Traffic zum Neukunden, vom Neukunden zum Stammkunden und schließlich zur treuen Nutzerin bzw. zum treuen Nutzer der Marke. Dieser Prozess lässt sich in drei Schlüsselbereiche gliedern: „Neukundengewinnung“, „Konversion“ und „Kundenbindung“.

Welche Rolle können virtuelle digitale Menschen dabei spielen?

Neukundengewinnung: Scheinbar vielversprechend, aber tatsächlich begrenzt

Wenn man an Neukundengewinnung durch virtuelle digitale Menschen denkt, fällt vielen zuerst der virtuelle Moderator ein, der 24 Stunden am Tag ununterbrochen streamt. Tatsächlich sind die Kosten für eine KI-gesteuerte virtuelle Moderator-Lösung nicht hoch – etwa 18.000 Yuan – und mit nur einem Computer lässt sich ein „dauerhafter Livestream“ realisieren. Doch in der Realität liegt die Anzahl der gleichzeitigen Zuschauer in virtuellen Livestreams oft nur bei etwa einem Dutzend. Obwohl die Zuschauerzahl durch längere Streamdauer gesteigert werden kann, ist das Ergebnis unbefriedigend.

Wo liegt das Problem? Ich sehe vor allem zwei Gründe:

Einschränkungen durch die Plattformökologie: Plattformen wie Douyin benötigen abwechslungsreiche, individualisierte und hochwertige Inhalte. Virtuelle Moderatoren stehen hingegen für Standardisierung und Serienproduktion. Die Algorithmen der Plattformen bevorzugen eher echte, emotionale Inhalte von Menschen – virtuelle Moderatoren haben kaum Vorteile im Content-Ökosystem.

Engpässe im Nutzererlebnis: Obwohl virtuelle Moderatoren 24 Stunden online sein können, ist ihre Interaktionsfähigkeit noch begrenzt. Es fällt ihnen schwer, wie echte Moderatoren eine tiefe Interaktion und emotionale Bindung zum Publikum aufzubauen. Die Verweildauer der Zuschauer ist kurz, eine wirksame Konversion gelingt kaum.

Auf traditionellen E-Commerce-Plattformen wie Taobao sind die Anwendungsbereiche virtueller Moderatoren ebenfalls begrenzt. Meist dienen sie nur nachts als „virtueller Videokundenservice“ zur einfachen Produktpräsentation und Beantwortung von Fragen.

Konversion und Kundenbindung: Der echte Wert der Hülle

Wenn die Neukundengewinnung begrenzt ist – wo liegt dann der Wert virtueller digitaler Menschen? Ich bin überzeugt: Ihr wahrer Wert zeigt sich im Betrieb von Private-Traffic, also in den Bereichen „Konversion“ und „Kundenbindung“.

In einer Zeit, in der die Traffic-Dividen abnehmen, ist Private-Traffic zu einem wichtigen Mittel für Unternehmen geworden, um die Kundengewinnungskosten zu senken und die Nutzerloyalität zu steigern. Viele Unternehmen haben eigene Nutzergemeinschaften aufgebaut, doch die Betriebsergebnisse sind sehr unterschiedlich. Viele Gemeinschaften werden von anfänglicher Aktivität zu stillen Räumen, in denen nur das Betriebspersonal einseitig Informationen übermittelt – den Nutzern fehlen Partizipations- und Zugehörigkeitsgefühl.

Der Kern des Problems liegt darin: Bei einer Skalierung von Private-Traffic ist es allein durch menschliche Arbeitskräfte schwer, eine tiefe emotionale Bindung zu jedem Nutzer aufzubauen. Genau hier lösen virtuelle digitale Menschen das Schmerzpunkt – sie können in menschlicher Gestalt 24 Stunden am Tag ununterbrochen mit Nutzern interagieren und echte Vertrauensbeziehungen aufbauen.

Vertrauen und emotionale Bindung: Der ultimative Wert der Hülle

Warum ist das menschliche Äußere virtueller digitaler Menschen so wichtig? Dahinter steckt der instinktive menschliche Psychologie.

Vertrautheit schafft Nähe

Wir sind von Natur aus eher bereit, mit Artgenossen zu kommunizieren. Wenn virtuelle digitale Menschen ein menschliches Äußeres haben, insbesondere ein ansprechendes Gesicht und ein Lächeln, vermittelt das Vertrautheit und Wärme. Diese Vertrautheit senkt die psychologischen Barrieren der Nutzer und macht es ihnen leichter, die von virtuellen digitalen Menschen angebotenen Dienstleistungen zu akzeptieren.

Realität schafft Vertrauen

Ein menschliches Äußeres verleiht den Nutzern zudem ein Gefühl der Realität und wirkt aufrichtiger und vertrauenswürdiger. Im geschäftlichen Umgang ist Vertrauen die Grundlage für langfristige Beziehungen. Wenn virtuelle digitale Menschen in menschlicher Gestalt individuelle und professionelle Dienstleistungen anbieten, entwickeln die Nutzer leichter Vertrauen und akzeptieren dadurch eher die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens.

Emotionale Bindung steigert die Loyalität

Wenn virtuelle digitale Menschen über ein hohes Maß an Intelligenz und Emotionalität verfügen, die Bedürfnisse und Gefühle der Nutzer verstehen und Dienstleistungen anbieten, die den Erwartungen entsprechen, können sie eine emotionale Bindung zu den Nutzern aufbauen. Diese Bindung erfüllt das soziale Bedürfnis der Nutzer und erzeugt eine gewisse emotionale Abhängigkeit – und diese Abhängigkeit wandelt sich letztendlich in Loyalität zur Marke um.

Die ultimative Ausprägung des kommerziellen Wertes

Welchen kommerziellen Wert kann also die Hülle virtueller digitaler Menschen bringen? Ich sehe vor allem folgende Aspekte:

Steigerung der Konversionseffizienz: Wenn Nutzer Vertrauen und emotionale Bindung zu virtuellen digitalen Menschen aufbauen, akzeptieren sie leichter die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens – dadurch steigt die Verkaufskonversionsrate.

Senkung der Betriebskosten: Virtuelle digitale Menschen können 24 Stunden am Tag ununterbrochen mit Nutzern interagieren, benötigen keine Pausen oder Urlaubstage und senken dadurch erheblich die Personalkosten.

Verbesserung des Nutzererlebnisses: Virtuelle digitale Menschen können individualisierte Dienstleistungen anbieten, die unterschiedlichen Bedürfnissen der Nutzer gerecht werden und das Nutzererlebnis verbessern.

Stärkung des Markenimages: Ein warmer, emotionaler virtueller digitaler Mensch kann zum Markenbotschafter des Unternehmens werden und die Zugänglichkeit und Wiedererkennbarkeit der Marke stärken.

Schlussbemerkung

In einer von Technik geprägten Zeit neigen wir dazu, die menschlichen Bedürfnisse zu übersehen. Die Hülle eines virtuellen digitalen Menschen ist nicht nur ein schönes Äußeres, sondern eine Brücke, die KI-Technologie und menschliche Emotionen verbindet. Wenn KI eine menschliche Hülle erhält, ist sie nicht länger eine kalte Maschine, sondern ein warmer, emotionaler digitaler Partner.

John

Produktplaner für digitale Menschen

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